Premiere im Wald

Im Juni haben wir die Premiere unseres Langzeitdokumentarfilms „Mein Wald – 5 Jahre zwischen Holz und Mythos“ gefeiert.

Andere rollen für ihre Premieren den roten Teppich aus oder laden an die Strände des Mittelmeers und Atlantiks. Wir haben uns für einen anderen Ort entschieden. Einen, der viel besser zu diesem Film passt.

Die Premiere fand mitten im Thüringer Wald statt – im historischen Rittersaal der Creuzburg. Mit Unterstützung von ThüringenForst und dem MDR konnten wir Förster:innen, Jäger:innen und viele weitere Menschen aus Thüringen einladen, denen der Wald am Herzen liegt. Vor allem aber konnten wir den Film endlich denjenigen zeigen, die ihn überhaupt erst möglich gemacht haben: unseren Protagonistinnen und Protagonisten.

Allen voran Försterin Jennifer Kruspe. Fünf Jahre lang haben wir sie und viele andere Menschen mit der Kamera begleitet. Sie haben uns an ihrem Alltag teilhaben lassen, uns Vertrauen geschenkt und uns einen Blick hinter die Kulissen einer Welt ermöglicht, die den meisten verborgen bleibt. Entsprechend groß war unsere Aufregung vor der Vorführung. Wie würden sie den Film sehen? Würden sie sich darin wiederfinden?

Dann ging das Licht aus.

90 Minuten lang herrschte konzentrierte Stille im Saal. Danach wurden wir von einem langen, herzlichen Applaus auf die Bühne geholt. Beim anschließenden Q&A gab es interessierte Fragen, viel Dankbarkeit und auch einige kritische Nachfragen. Genauso, wie wir es uns wünschen. Denn der Film sollte Diskussionen anregen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen.

Was uns besonders gefreut hat: Die Rückmeldungen waren von großem Wohlwollen geprägt. Viele Protagonist:innen, Unterstützer:innen und Teammitglieder waren stolz darauf, gemeinsam diesen Blick auf fünf Jahre voller Veränderungen, Herausforderungen und spannender Prozesse gewagt zu haben. Und vor allem war Jennifer zufrieden.

Da fiel uns ein Stein vom Herzen.

Zum Abschluss entstand noch ein großes Teamfoto. Es zeigt etwas, das man einem fertigen Film oft gar nicht ansieht: Hinter 90 Minuten Dokumentation und fünf Jahren Drehzeit stehen unzählige Menschen. Menschen, die Geschichten erleben. Menschen, die sie erzählen. Menschen, die zuhören, beobachten, recherchieren, filmen, schneiden und organisieren. Menschen mit Herzblut.

Genau das macht Dokumentarfilme für uns so besonders. Wenn man über Jahre hinweg echte Menschen begleitet, entstehen Geschichten, die oft überraschender, berührender und spannender sind als mancher Spielfilm.

Wir sind glücklich über diese Premiere. Und ein bisschen wehmütig.

Denn nach fünf Jahren ist uns dieses Projekt sehr ans Herz gewachsen. Aber irgendwann endet jede Reise. Auch die eines Dokumentarfilms.

Danke an alle, die Teil dieser Reise waren.

Das Ergebnis läuft ab 19.06. in der ARD-Mediathek und am 21.06. um 22:30 Uhr im MDR-Fernsehen.

Imprint Privacy